Sie möchten einen Hund in Ihrer Familie willkommen heißen...

 

Sind Sie wirklich bereit Ihr neues Familienmitglied in guten wie auch in schlechten Zeiten zu begleiten, an eventuellen Problemen zu arbeiten und werfen nicht gleich die Flinte in´s Korn, wenn es einmal schwierig wird? Sie wissen, dass ein Hund nicht nur Zeit sondern auch Geld kostet? Das er krank werden und seine Behandlung ein kleines Vermögen verschlingen kann? Das auch er alt wird, mit all den Zipperlein, die man als Mensch halt auch so kennt? Wissen, wer ihn betreuen kann, falls Sie einmal ausfallen? Wissen um eine Urlaubsbetreuung, sofern er nicht mit auf Reisen gehen darf...?

 

Überlegen Sie gewissenhaft, es gibt so vieles zu bedenken für ein glückliches und zufriedenes miteinander auf Lebenszeit!

 

Mit der Übernahme einer unserer Schützlinge übernehmen Sie eine große Verantwortung, wir müssen uns auf Sie verlassen können, genau so, wie Sie sich auf uns.

 

 Selbstverständlich lassen wir Sie nicht allein, und stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite, bei allem was da kommen mag. Und das wir den Hund zurück nehmen, ja, das machen wir auch. Nur, dass dies nicht immer kurzfristig umzusetzen ist, und natürlich auch nicht bedeuten soll "bei Nichtgefallen zurück an den Absender"!

 

 Finden wir also nicht sofort, oder in der uns gegebenen Zeit, eine neue Stelle für den Hund, müssen wir ihn vorerst in einer Pension unterbringen. Diese Kosten sind dann von Ihnen für einen Monat zu bezahlen*.

 

 Die Vermittlungsgebühr wird in diesem Fall nicht erstattet.

 

Aber genau DAS gilt es eben zu vermeiden, ein Hund ist kein Objekt, dass man nach Belieben wieder abgibt oder umtauscht. Ein Hund ist ein fühlendes Wesen, mit Bedürfnissen, und bestimmt auch Ecken und Kanten, die einem den letzten Nerv rauben können. Doch wer ist schon perfekt?

 

Wenn Ihnen das alles bewusst ist, finden wir bestimmt zueinander, und Sie können ohne Sorgenfalten weiter lesen.

 

Voraussetzungen:


Alle Familienmitglieder müssen mit der Aufnahme eines Tieres einverstanden sein, wohnen Sie zur Miete, muss eine Erlaubnis zur Haltung eines, bzw. mehrerer Hunde(s) vom Vermieter vorliegen.

Der Hund sollte nicht länger als fünf Stunden am Tag alleine bleiben müssen, in der
Eingewöhnungsphase wäre es ratsam sich ein paar Tage Urlaub zu nehmen.

Haben Sie ein Haus mit Garten, muss der Garten ausbruchsicher gestaltet sein. Trotzdem sichern Sie Ihr neues Familienmitglied bei den ersten Gängen in diesen mit einer Schleppleine, es gibt viele Ausbruchskünstler unter ihnen, die jedes kleine Loch entdecken, über den Zaun klettern oder sich unter ihm hindurch buddeln.

Bei Ankunft Ihres "Adoptivkindes" wird ein so genannter Schutzvertrag ausgefüllt, dort sind alle Rechte und Pflichten Ihrer- und unsererseits aufgeführt, der dann von beiden Vertragsparteien unterzeichnet wird.

Wir freuen uns, wenn einer unserer Schützlinge sein endgültiges Zuhause beziehen darf, freuen uns aber auch, wenn wir von Ihnen und Ihrem neuen Familienmitglied ein Lebenszeichen erhalten, sei es mal ein aktuelles Bild und ein paar Zeilen wie es ihm geht. 

 

Doch nicht nur uns ist es wichtig, sondern auch ganz besonders den Betreuern in Rumänien!

 Auch sie möchten natürlich wissen, ob es ihren ehemaligen Pflegetieren gut geht, wie sie sich entwickeln.

 

Oft waren die Hunde recht lange dort, und wie Sie sich sicher denken können, haben auch die Betreuer ein Stück Herz in eine für sie ungewisse Zukunft gehen lassen...

Die Gesundheit der Hunde:

Sie sind tierärztlich untersucht, gegen Endo- und Ektoparasiten behandelt, geimpft, gechipt und dem Alter entsprechend schon kastriert, auch haben sie einen EU-Heimtierausweis im Gepäck.

 

 Wenn Sie einen Hund direkt aus Rumänien adoptieren möchten, muss mit Giardien (die auch in Deutschland vorkommen!) immer gerechnet werden, gegen diese Darmparasiten gibt es z.B. das Medikament Panacur.

 

Wir empfehlen sofort nach Einreise des Hundes eine Kotprobe über drei Tage zu sammeln, und diese bei Ihrem Tierarzt auf Giardenbefall kontrollieren zu lassen.

 

Hier ein lesenswerter Artikel über das Thema Giardien

 

 Aufgrund der Veränderung ihrer gesamten Lebenssituation (Stress, auch positiver) und der Futterumstellung haben sie auch häufig Durchfall, von daher ist es immer ratsam anfangs kein so hochwertiges Futter zu füttern. Ansonsten fressen sie meist alles, was ihnen angeboten wird.

 

Wichtig!

 

 Auf sogenannte "Reisekrankheiten" wird vor Ort nur auf ausdrücklichen Wunsch getestet*. Aus dem einfachen Grund, weil der Hund sich immer noch zwischen Test und Ausreise infizieren kann. Daher empfehlen wir aufgrund der Inkubationszeiten einen Test sechs Monate nach Einreise.

 

Bei Welpen/Junghunden unter einem Jahr wäre eine genaue Austestung auch nicht möglich, denn bis zu diesem Alter kann nicht klar ausgeschlossen werden, ob es sich nicht noch um Antikörper der Mutter handelt.

 

  "Reisekrankheiten", oder anders genannt "Mittelmeerkrankheiten", können sein:

 

1. Dirofilaria (Herzwurmerkrankung), Mikrofilarien sind die Larven, Makrofilarien die ausgewachsenen Würmer. Dirofilaria wird durch Mücken übertragen, dagegen gibt es keine zugelassene Impfung in Deutschland. Der wirksamste Schutz ist die Prophylaxe gegen Mückenstiche mittels geeigneter Präparate.

 

2. Anaplasmose wird durch Zecken übertragen, keine Impfung möglich. Zur Prophylaxe sind Repellentien, Parasiten abwehrende Präparate (Spot-on´s / Halsbänder), das beste Mittel zur Wahl.

 

3. Bei der Babesiose ist der Überträger die Auwaldzecke und die braune Hundezecke, eine Impfung verhindert nicht die Infektion, sondern lindert lediglich die Symptome. Parasiten abwehrende Präparate sind am sinnvollsten. 

 

4. Ehrlichiose wird übertragen durch die braune Hundezecke, abwehrende Präparate sind am effektivsten, siehe oben.

 

5. Gegen die Hepatozoonose, wird auch übertragen durch die braune Hundezecke, gibt es keine Impfung. Hier ist der Unterschied zu einem Zeckenbiss, dass das verschlucken und zerbeißen einer Zecke die Krankheit überträgt. Die Abwehr der Zecken ist auch hier angebracht.

 

6. Leishmaniose wird nur von der Sandmücke übertragen, beste Vorbeugung, bzw. Abwehr, ist das Anlegen eines Halsbandes mit dem Wirkstoff Deltamethrin, beispielsweise das "Scalibor Protectorband".

 

Vorsicht bei Katzen im Haushalt: Mittel mit dem Wirkstoff Permethrin sind giftig für Katzen!

 

 Andere offensichtliche Krankheiten, ausgestandene Krankheiten und/oder Behinderungen sind uns bekannt und werden Ihnen selbstverständlich mitgeteilt - Hunde mit ansteckenden Krankheiten lassen wir nicht einreisen!

Charaktere der Hunde: 

 

Alle Hunde waren uns, oder den Menschen die sie bisher betreut haben, gegenüber lieb und verstehen sich mit ihren Artgenossen, mit denen sie gegebenenfalls zusammen lebten - so, wie es in ihrer Beschreibung steht. Sie können anfangs noch etwas schüchtern sein, was sich aber recht schnell legt, wenn man ihnen die nötige Zeit lässt sich einzugewöhnen.

 

 Hunde, die als "Angsthunde" beschrieben sind, bedürfen verständlicherweise erfahrener Plätze!

Wenn sich die Hunde mit ihren bisherigen Freunden prima verstanden haben, bedeutet das nicht, dass sie sich auch noch mit allen Artgenossen verstehen, auf die sie dann in ihrem neuen Umfeld treffen.

 

Doch passen wir schon auf, dass wir keine "auffälligen", bzw. aggressiven Hunde vermitteln.

 Ob sie Katzen oder (kleine) Kinder kennen, können wir Ihnen nicht immer mitteilen.

 So gut wie nie sind sie schon stubenrein.

Ob sie alleine bleiben können wissen wir nicht immer zu sagen, sie leben in ihren rumänischen Pflegestellen, oder den Pensionen, mit mehreren Tieren zusammen, ihnen ist das gänzliche Alleinsein von daher nicht bekannt.

 

 Das "an der Leine gehen" haben sie meist auch nicht kennen gelernt, und müssen oftmals erst an Geschirr und Halsband gewöhnt werden.

 

 Bei Hunden, welche sich in der "Ecarisaj" befinden, können wir nur sagen ob sie freundlich sind, aufgeschlossen oder ängstlich.

 

Ihnen muss bewusst sein, dass der Hund, sofern er direkt aus Rumänien übernommen wird, eine völlig andere Welt betritt, wenn er bei Ihnen einzieht. Fremde Menschen, eine fremde Umgebung, fremde Geräusche, fremde Gerüche... Alles Gewohnte, was ihm bisher vielleicht auch eine gewisse Sicherheit vermittelt hat, ist von jetzt auf gleich aus seinem Leben verschwunden. 

 

Sie müssen ihm nun den Weg in diese neue Welt ebnen, geduldig und ohne Erwartungen. Lassen Sie Ihrem Schützling die Zeit, Sie tragen von nun an die Verantwortung für sein Wohlergehen!

 

Anders sieht es bei Hunden aus, die sich schon bei einer Pflegefamilie in Deutschland aufhalten. Hier können wir sie detailliert vorstellen und wissen um ihre "Stärken und Schwächen"!

Ablauf Übergabe in eine Familie:

Bekunden Sie Interesse einen Hund von uns zu übernehmen, findet vorweg ein Kontaktbesuch statt wo wir uns persönlich kennen lernen und schauen, ob das beschriebene Umfeld für den Hund geeignet wäre. Im Vorfeld haben Sie dann schon einen Auskunftsbogen von uns erhalten.

 Wohnen Sie nicht in unserer Nähe, werden andere erfahrene Personen Sie besuchen, was wir aber mit Ihnen absprechen.

 

 Sind alle Gegebenheiten passig, wird nun in Absprache mit der Pflegestelle, sollte sich der Hund, den sie in´s Auge gefasst haben, schon in Deutschland befinden, ein Besuchstermin vereinbart.

 

Es geht aber auch andersrum. Sie lernen den Hund in seiner Pflegestelle zum gegenseitigen Beschnuppern kennen, mag man sich leiden, findet der Besuch danach bei Ihnen statt.

 

 Ist alles geklärt, und die Chemie zwischen Ihnen und Ihrem auserkorenen neuen Familienmitglied stimmt, sagen wir Glückwunsch, einem Einzug steht nun nichts mehr im Wege :-)!

 

 Möchten Sie einen Hund direkt aus Rumänien übernehmen, besteht die Möglichkeit eines vorherigen Kennenlernens natürlich nicht, es sei denn Sie möchten den Weg nach Rumänien auf sich nehmen. Aber auch das stellt kein Problem dar, unsere befreundeten Tierschützer vor Ort werden Sie herzlich in Empfang nehmen, und es wird auch deutsch, bzw. englisch, gesprochen.

 Doch das ist ja recht selten der Fall, so dass Ihr neues Familienmitglied seinen Weg über einen Transport zu Ihnen finden wird.

 

 Die Hunde aus Rumänien kommen immer Samstags auf dem Landwege in Deutschland an. Wir geben den Ankunftsort bekannt, wo Sie Ihren Schützling abholen können.

 

 Um die Zeitspanne des Transports so kurz wie möglich zu halten, werden unnötige Stops vermieden, es ist uns also nicht möglich den Hund direkt zu Ihnen zu bringen.

 

Wichtig!

 

Da unsere Schützlinge allesamt mit TRACES-Dokumenten auf Reisen gehen, und sofern Ihr Hund direkt aus Rumänien zu Ihnen kommen soll, müssen wir jeden zuständigen Amtsveterinär des jeweiligen Landkreises, in den der Hund importiert wird, über seinen Bestimmungsort informieren. Sprich Ihre Adressdaten werden von unserer Seite aus an das Amt weiter gegeben. Und so kann es durchaus möglich sein, dass Sie nicht nur von uns Besuch erhalten, sondern auch von Ihrem zuständigen Amtsveterinär, der überprüfen möchte, ob alles seine Richtigkeit hat.


Anfallende Kosten:

Wir verlangen generell eine Vermittlungsgebühr für unsere Schützlinge und akzeptieren keine Ratenzahlung! Steht ein Oldie, oder ein Hund wo ersichtlich ist, dass für die künftigen Halter noch außergewöhnliche (Tierarzt)Kosten anfallen, zur Vermittlung, ist die Gebühr Ermessenssache.

 

*Pensionsaufenthalt, siehe Eingangstext.

 

*Test auf "Reisekrankheiten" bei Nachfrage

 

 Kosten für ein Sicherheitsgeschirr. Sollten Sie bei der Übernahme des Hundes noch keines haben, oder Ihres ist nicht passend, bekommen Sie ein Sicherheitsgeschirr von uns, dieses ist dann mit 25,00 € zu erstatten.

 

Zur Erklärung der Vermittlungsgebühr:
 

Die Vermittlungsgebühr ist kein "Preis" den wir für unsere Hunde verlangen. Sie soll zum einen dem Schutz des Hundes dienen, denn leider ist vielen Menschen das, wofür sie bezahlen müssen, mehr wert, als das, was sie umsonst bekommen. Geschenktes nimmt man oftmals sofort, bei allem was Geld kostet überdenkt man seine Entscheidung vielleicht doch etwas genauer.

 

Die Vermittlungsgebühr dient aber nicht nur dem Schutz der vermittelten Hunde, sondern ist zum anderen auch ein notwendiger Beitrag zu unseren täglichen Ausgaben!

 

Denn sie trägt hauptsächlich mit die Kosten aller Hunde welche unter unserer Obhut stehen, und noch nicht das Glück hatten, ihre eigene Familie zu finden:

 

- Hunde in den deutschen und rumänischen kostenpflichtigen Pensionen ohne Paten

 

- Hunde hier wie dort, die tierärztlicher Hilfe bedürfen

 

Und noch diverse andere "Kleinigkeiten" was einiges an Geld verschlingt:

 

- Transportkosten, die nicht durch Paten gedeckt sind

 

- Vorbereitung der Hunde zur Ausreise (chippen, impfen, kastrieren, Ausfertigung der Papiere...)

 

- Versicherung, Steuerberater, Umsatzsteuer, Trainingskosten...

 

Eingehende freie Spenden reichen dafür, zumindest bei uns, niemals aus. Wir denken aber, dass kaum ein Tierschutzverein ohne seine Vermittlungs- oder Schutzgebühren überleben kann.

Und nicht jeder Hund reist ja auch gleich in seine eigene Familie. Einige machen noch einen Zwischenstopp in einer Pflegestelle, so dass die Vermittlungsgebühr erst einmal ausbleibt, wir aber trotzdem unsere Rechnungen begleichen müssen; da wird leider ungern gewartet, bis der Hund sein Zuhause gefunden hat.

 

So macht die Vermittlungsgebühr für einen Hund auch nur einen Teil des Ganzen aus um überhaupt helfen zu können...

 

Das wir im Verein ALLESAMT EHRENAMTLICH arbeiten versteht sich von selbst, und nicht selten zahlen wir anfallende Kosten aus eigener Tasche, da eingegangene Spenden, oder eben auch die Vermittlungsgebühren, einfach nicht ausreichen...

 

 

Ein Tierschutzhund zieht ein - wichtige Regeln finden Sie hier

 

 

 

Copyright © 2009 Michaela Goldhorn "Fellchen in Not e.V." - alle Rechte vorbehalten. Nutzung des Textes/Auszüge aus diesem und der Bilder nur mit vorheriger Genehmigung des Autors und bei vollständiger Nennung des Autors (komplette Quellenangabe).

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